Stellungnahme der BI zur Pressemitteilung der Avacon vom 28.11.2019

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Die Bürgerinitiative „Freie Sicht auf Huy und Bruch“ zeigt sich über die Arroganz der Avacon Netz entsetzt und will Aussagen der Pressemitteilung zum Bau der 110KV Leitung Wasserleben-Dingelstedt relativieren und Fehlinformationen aus Sicht der BI wie folgt bewerten. 

Richtig ist, dass durch den Bau der Stromtrasse die Versorgungssicherheit der Region erhöht wird. Zukünftig wird es möglich sein, dass bei Störungen im Zuge einer Ringschaltung von zwei Seiten entgegengewirkt werden kann. Die Bürgerinitiative begrüßt diesen Schritt ausdrücklich, der allerdings erst durch die Bundesnetzagentur dem Netzbetreiber auferlegt worden ist und auch durch ein Erdkabel gesichert werden kann. 

Ursächlich für den Lückenschluss im Harzring ist nicht die Versorgungssicherheit, sondern die Ableitung der regenerativen Energien aus unserem Gebiet. Bei uns befindet sich nämlich eine sogenannte Engstelle im Trassensystem. Die Versorgungssicherheit ist ein „Nebenprodukt“ für unsere Region, dass wir allerdings sehr begrüßen. Mit keinem Wort wird aber der massive Widerstand in der Bevölkerung, der Landwirte, der Gemeinden und Kommunalparlamente erwähnt. Wir alle möchten eine Erdverkabelung! Wir leben hier und möchten, dass wir als Bevölkerung bei diesem Projekt ernstgenommen werden. Die Zeiten sind vorbei, wo ein Konzern über die Köpfe hinweg Entscheidungen durchdrücken kann. Was passiert eigentlich, wenn der Ausbau der regenerativen Energien weiter voranschreitet und wir haben dann bereits eine oberirdische Leitung? Planspiele sehen dies ja bereits vor. Dann ist der Dammbruch in unserer Region da und es wird ein leichtes sein eine zweite oberirdische Trasse zu bauen oder die dann bestehende durch noch höhere Masten zu ersetzen. Unsere Natur, unserer Region wäre für immer entstellt und das nur, weil man sein Projekt durchgezogen hat und das auf dem Rücken der Bevölkerung. 

Gerade im Zuge des Klimawandels und der extremen Wetterlagen, ist eine oberirdische Verlegung von Stromkabeln antiquiert. Diese wären viel zu anfällig für mögliche Störungen. Alle Bedenken gegen eine Erdverkabelung konnten wir in vielen Gesprächen widerlegen. In diesen haben wir auch unsere Standpunkte und Lösungsmöglichkeiten den Vertretern der Avacon aufgezeigt. Alles ohne eine ersichtliche Änderung am Planungsprozess. Dabei wäre alles so einfach, komfortabel und schnell in der Umsetzung – die Erdverkabelung.

Das Planfeststellungsverfahren sieht vor, dass der Netzbetreiber sowohl die Freileitung als auch die Erdverkabelung beim Landesverwaltungsamt als Planung vorlegen muss. Die favorisierte Variante als Feinplanung. Somit steht es per Gesetz nur dem Landesverwaltungsamt zu, eine Entscheidung zur Trassenführung zu treffen. Die Avacon kann von keiner Freileitung sprechen, solange es hierzu keine Entscheidung gibt. 

Das beauftragte Ingenieurbüro hat bereits mit einem Großteil der Bewirtschafter gesprochen und die Maststandorte besprochen. Auch unser Sprecher, Heiko Bode, hatte bereits Besuch und hat unmissverständlich seine Haltung erneut zum Ausdruck gebracht, dass er keine Strommasten auf seinem Grundbesitz dulden wird. Das Ingenieurbüro bestätigte, dass die übergroße Mehrheit der Bewirtschafter dies genau so sieht. Kein Wort dazu in der Pressemitteilung. Der Petitionsausschuss des Landtages Sachsen-Anhalt beschäftig sich gerade mit der Umsetzung. Kein Wort dazu in der Pressemitteilung. 

Jetzt werden die Eigentümer ebenfalls informiert. Wenn dann mit Ausgleichszahlungen gelockt werden sollte, ist anzumerken, dass auch für eine Erdverkabelung gezahlt werden muss. Dies vergisst die Avacon meist zu erwähnen. 

Unsere Front bröckelt nicht liebe Avacon! 

Freie Sicht auf Huy und Bruch!

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