Harzring wird vor dem Huy als Erdleitung ausgeführt!

Die Bürgerinitiative „Freie Sicht auf Huy und Bruch“ kann einen Teilerfolg verbuchen. Die Avacon unterbreitet einen Kompromissvorschlag und macht den Bürgern der Gemeinde Huy in entscheidenden Bereichen Zugeständnisse.

Am gestrigen Mittwoch (24.06.2020) hatte die Avacon zu einem weiteren Gespräch „in kleiner Runde“ zum Thema „Harzring“ nach Osterwieck geladen. Dort präsentierte man den Vertretern der Gemeinde Huy und der Stadt Osterwieck und der Bürgerinitiative einen Kompromissvorschlag der eine Teilverkabelung des ersten Bauabschnitts vorsieht. Dieser Vorschlag sieht vor dass gut die Hälfte der Strecke (ca. 10 km) als Erdleitung ausgeführt werden soll. So bleibt die freie Sicht auf den Huy zwischen Badersleben und Dingelstedt erhalten. Der Flugplatz in Dingelstedt wird nicht tangiert und der gerade aufkommende Tourismus in unserer Region wird durch die Freileitung nicht beeinträchtigt.

Die Vertreter der Bürgerinitiative Freie Sicht auf Huy und Bruch haben nach reichlicher Überlegung diesem Kompromissvorschlag der Avacon zugestimmt.

Das ist ein Teilerfolg – jedoch ein Kompromiss der uns auch schmerzt!

Die Bürgerinitiative hätte gerne die gesamte Strecke als Erdkabel vorgesehen, doch stellen wir uns auch der Verantwortung dass die dringend benötigte Leitung so schnell wie möglich in den Bau geht um die Versorgungssicherheit in der Gemeinde Huy zu gewährleisten. Eine Blockade unsererseits hätte eine jahrelange Verzögerung zur Folge haben können.

Bei aller Freude über diesen Erfolg gibt noch einen weiteren Wermutstropfen: Der geschlossene Kompromiss bezieht sich ausschließlich auf den ersten Bauabschnitt. Der zweite Bauabschnitt (von Dingelstedt nach Schwanebeck) soll nach den Plänen der Avacon weiterhin als Freileitung ausgeführt werden. Es ist abzusehen dass wir in zwei bis drei Jahren wieder vor dem gleichen Konflikt stehen.

Jedoch haben wir etwas geschafft dass anfänglich niemand für möglich gehalten hat:

Die 110 KV-Leitung kommt vor dem Huy unter die Erde!

Wir bitten Euch dass Ihr den geschlossenen Kompromiss mittragt und uns beim zweiten Bauabschnitt ebenfalls unterstützt.

Freie Sicht auf Huy und Bruch!

Weitere Artikel und Meldungen zum Thema werden folgen.

Vielen Dank und Grüße aus Dingelstedt
Thomas Steckhan


Der Sprecher der Bürgerinitiative zum Kompromiss mit der Avacon

Sprecher der BI Maik Berger

Avacon setzt Austausch mit Gemeinden und Bürgerinitiative zu 110 kV-Leitung Wasserleben- Dingelstedt fort

Gestern haben sich in Dingelstedt erneut Vertreter von Avacon mit den Gemeinden Huy und Osterwieck sowie der Bürgerinitiative zum Austausch über die geplante 110kV-Leitung zwischen Wasserleben und Dingelstedt getroffen. Avacon Vorstandsvorsitzender Marten Bunnemann hatte zu diesem Termin eingeladen und ist damit dem Wunsch der Bürgerinitiative gefolgt, sich die Argumente der örtlichen Interessenvertreter persönlich anzuhören.

Trotz gegensätzlicher Standpunkte entwickelte sich ein respektvolles Gespräch auf Augenhöhe. Zunächst erläuterte Avacon Vorsitzender Marten Bunnemannn die energiewirtschaftlichen Hintergründe der geplanten 110-kV-Leitung: „Unser Auftrag ist es, eine sichere, preisgünstige, effiziente und umweltverträgliche Energieversorgung für private Haushalte, Kommunen und Wirtschaft zu gewährleisten. Dazu investieren wir jährlich mehr als 160 Mio. Euro in den Ausbau und die Modernisierung unserer Netze.“

Im Zuge der Energiewende und dem damit einhergehenden Ausbau der Erneuerbaren Energien steigen die Anforderungen an die Energienetze weiter an. Bereits heute stehen in etlichen Gebieten Sachsen-Anhalts an vielen Tagen weit mehr als 100 Prozent erneuerbarer Energie zur Verfügung, die von den Stromnetzen aufgenommen werden müssen. „Der Umbau unseres Energiesystems hin zu einer CO2-freien Energieversorgung ist eine große gesamtgesellschaftliche Herausforderung, sie bietet aber gerade in ländlichen Regionen auch Chancen. Unsere Entscheidung zum Ausbau des Harzringes ist ein klares Bekenntnis zu den Gemeinden des Harzvorlandes und eine wichtige Investition in die Zukunft der Region. Der Ausbau des Harzrings verbessert nachhaltig die Versorgungssicherheit für die Bürgerinnen und Bürger und trägt zur Stärkung der regionalen Wirt-
schaft bei“, unterstrich Marten Bunnemann.

Avacon plant in ihrem 110-kV-Netzgebiet, von der Nordsee bis nach Hessen und von der niederländischen Grenze bis Brandenburg, in den nächsten 10 Jahren 140 Baumaßnahmen umzusetzen. Damit verbunden ist der Leitungsneubau und -umbau auf 450 Kilometern. Dabei achtet Avacon darauf, die Mittel im Sinne einer bezahlbaren Energiewende effizient einzusetzen. Denn höhere Ausgaben für Netze führen zu steigenden Netzentgelten, die alle Verbraucher tragen müssen.

„Neben der Betrachtung der Kosten sind für uns örtliche Belange ein wesentlicher Faktor, der immer in die gründliche Einzelfallprüfung unserer Vorhaben einfließt. Auch die Anmerkungen und Anregungen der Gemeinden Dingelstedt und Osterwieck sowie der Bürgerinitiative und des Sportflugplatzes haben wir uns nicht nur angehört, sondern sie haben teilweise in unsere Planungen Einzug gefunden“, legte Marten Bunnemann die Herangehensweise an die Planungen dar.

Gesprochen wurde auch über das weitere Vorgehen. Marten Bunnemann erläuterte, dass geplant ist, im Sommer das Planfeststellungsverfahren zu beginnen. Er zeigte sich sehr interessiert, eine Lösung zu finden, die die verschiedenen Interessen in angemessener Art und Weise in einen vernünftigen Ausgleich bringt.

Pressemitteilung der Avacon vom 26.02.2020

Ohne Ergebnis

Bürgerinitiative enttäuscht vom Treffen mit Avaconchef. In das Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden der Avacon hatte die Bürgerinitiative „Freie Sicht auf Huy und Bruch“ große Hoffnungen gesetzt, die nicht erfüllt wurden. Die Avacon selbst bewertet das Gespräch etwas anders und begründet ihre Freileitungspläne rein wirtschaftlich.

Dingelstedt | Das Fazit der Bürgerinitiative (BI) „Freie Sicht auf Huy und Bruch“ ist ernüchternd. „Keine konkreten Zahlen, keine Vorschläge, kein Einsehen“, sagt Maik Berger, neben Dirk Spangenberg und Heiko Bode Sprecher der BI, die sich für den Bau der als Harzring bekannt gewordenen 110- KV-Leitung von Wasserleben nach Dingelstedt als Erdkabel stark macht.

Direkt nach dem Treffen mit der Avacon hatte die Bürgerinitiative „Freie Sicht auf Huy und Bruch“ zu einem Pressegespräch eingeladen: (von links) Heiko Bode, Dirk Spangenberg, Carsten Reuss und Maik Berger. Foto: Bernd Blum
Direkt nach dem Treffen mit der Avacon hatte die Bürgerinitiative „Freie Sicht auf Huy und Bruch“ zu einem Pressegespräch eingeladen: (von links) Heiko Bode, Dirk Spangenberg, Carsten Reuss und Maik Berger. Foto: Bernd Blum

Unmittelbar nach dem Treffen mit Marten Bunnemann, dem Vorstandsvorsitzenden der Avacon, bei dem auch Gemeindevertreter aus Huy und Osterwieck zugegen waren, hatten sich die BI-Sprecher geäußert. Die Avacon habe sich zwar alle Argumente angehört, sei jedoch kein Stück von der Absicht, den Harzring als Freileitung zu planen, abgerückt. Der Eindruck früherer Treffen habe sich leider bestätigt. Heiko Bode vertritt die Landwirte in der BI. Er hat Kontakte zu externen Gutachtern und Anwälten geknüpft, um den von der Avacon errechneten Kostenfaktor 3,1 (Verhältnis Erdkabel-Freileitung), mit dem die Pläne gerechtfertigt werden, zu überprüfen. Laut Energiewirtschaftsgesetz muss eine solche Leitung sogar unter die Erde, wenn der Faktor 2,75 nicht überschritten wird. Die BI zweifelt nach wie vor den Faktor von 3,1 an. Doch die Bitte nach Offenlegung des Leistungsverzeichnisses hat die Avacon erneut abgelehnt. Ebenso die Bitte nach einer Kalkulation für eine mögliche Teilverkabelung (es gibt die Idee, entlang der sensibelsten Bereiche wie Flugplatz und Huy unter die Erde zu gehen).

Bunnemann habe argumentiert, dass der künftige Harzring aus insgesamt drei Teilabschnitten bestünde (der jetzt strittige ist dabei der erste). Daher könne Avacon mit einem Erdkabel im ersten Abschnitt keinen Präzedenzfall schaffen. „Das wollen wir auch nicht, denn, wenn erst einmal eine Freileitung steht, ist ganz schnell eine zweite da“, so Berger.

Anders, als die BI, bewertet die Avacon dieses Treffen insgesamt positiver und spricht von einem respektvollen Gespräch auf Augenhöhe. Interessiert hat Maik Berger einen Satz in der Pressemitteilung der Avacon ganz genau gelesen, der ihn hoffen lässt. Da heißt es: „Neben der Betrachtung der Kosten sind für uns örtliche Belange ein wesentlicher Faktor, der immer in die gründliche Einzelfallprüfung unserer Vorhaben einfließt. Auch die Anmerkungen und Anregungen der Gemeinde Dingelstedt und Osterwieck sowie der Bürgerinitiative und des Sportflugplatzes haben wir uns nicht nur angehört, sondern sie haben teilweise in unseren Planungen Einzug gefunden“, legte Marten Bunnemann die Herangehensweise an die Planungen dar. „Genau das haben wir bisher doch immer vermisst“, begrüßt Maik Berger diese Aussage. „Weder unsere Bedenken zu Naturschutz, Tourismus oder zur Sicherheit des Flugplatzes wurden bisher berücksichtigt. Der Aussage von Marten Bunnemann entnehmen wir nun, dass die Bedenken einer ganzen Region doch berücksichtigt und ernst genommen werden und sind nun sehr gespannt auf Vorschläge, auf welche Art und Weise das passieren soll.“ Die Bürgerinitiative sei weiterhin gesprächsbereit und an einer einvernehmlichen Lösung interessiert. Die großen Hoffnungen der Freileitungsgegner liegen nun beim Landesverwaltungsamt, das im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens eine Entscheidung fällen wird. „Wir hatten gehofft, dass die Avacon bereits im Vorfeld von ihren Freileitungsplänen abrückt.“

Volksstimme vom 26.02.2020

Bürgerinitiative wendet sich an Avaconchef

Ein Statement des Vorstandsvorsitzenden ist Anlass für eine Reihe von Fragen zur geplanten Harzring-Freileitung Nach wie vor steht der Plan der Avacon, die 110-KV-Leitung bei Dingelstedt als Freileitung zu bauen. Die Bürgerinitiative fordert ein Erdkabel und wendet sich nun an den Vorstand der Avacon.

Aderstedt/Dingelstedt/Badersleben | „Wir geben nicht nach“, betont Maik Berger, Ortsbürgermeister von Aderstedt (SPD) und Sprecher der Bürgerinitiative „Freie Sicht auf Huy und Bruch.“ Diese hat sich formiert, um sich gegen die Pläne der Avacon, die 110-KV-Trasse von Wasserleben nach Dingelstedt als Freileitung bauen zu wollen, zu wehren (die Volksstimme berichtete). Bürger, Landwirte, Gewerbetreibende und Politiker fordern, diese Leitung als Erdkabel zu verlegen. Bisher jedoch sind alle Gespräche dazu im Sande verlaufen.

Daher wendet sich die Bürgerinitiative nun direkt an den Vorstand der Avacon und lädt den Vorsitzenden und Finanzvorstand der Avacon AG, Marten Bunnemann, in die Region ein. Immerhin hatte Bunnemann in einem Interview anlässlich des 15. Mitteldeutschen Energiegesprächs im Juni 2018 geäußert: „Der Kunde steht im Mittelpunkt … und darauf richten wir unser Unternehmen konsequent aus. Wir wollen Partner der Kommunen sein…und als Energieinfrastruktur-Unternehmen sind wir hochgradig interessiert… mit der öffentlichen Hand partnerschaftlich zusammenzuarbeiten. „Wir wollen Marten Bunnemann nun mit unserer sensiblen Region und mit den fatalen Folgen einer Freileitung vertraut machen und ihm die Gelegenheit geben, seinen großen Worten auch Taten folgen zu lassen“, sagt Maik Berger.

Hauptgrund: Energiewende

Nach Einschätzung von Vorstandschef Bunnemann ist die Energiewende insgesamt auf einem guten Weg. „In den ländlichen Gebieten Sachsen-Anhalts stehen an vielen Tagen bereits mehr als 100 Prozent erneuerbarer Energie zur Verfügung.“ Dazu bemerkt die Huy-Bürgerinitiative: „Und genau deshalb, und nicht vordringlich für die bessere Versorgung der Gemeinde Huy, braucht die Avacon die neue Stromtrasse wirklich.“ Und genau deshalb sei es ihr wichtig, schnell und günstig den Harzring zu schließen. Man erwarte nämlich auch aufgrund der Klimadiskussion einen weiteren Ausbau. „Dem stellen wir uns nicht in den Weg“, betont Maik Berger. „Wir wünschen uns ebenso einen Lückenschluss des Harzringes, aber eben nicht gegen den Willen und auf dem Rücken unserer Bürger. Der Lückenschluss muss mit einer Erdverkabelung erfolgen.“

Im Zusammenhang mit der Äußerung des Vorstandsvorsitzenden drängen sich Fragen an die Avacon auf: „Wenn der Kunde wirklich im Mittelpunkt steht und die Kommunen echte Partner sind, warum wird an dem Projekt Freileitung so massiv festgehalten? Warum werden alle Einwände, Resolutionen, Befragungen, Beschlüsse und Petitionen allesamt negiert? Warum zählt letztendlich nur der Profit der Aktionäre?“ Und weiter fragt die Bürgerinitiative, ob die ausführende Hand der Avacon wirklich nichts vom Verständnis ihres Vorstandsvorsitzenden Marten Bunnemann zur Ernergiewende weiß.

Widerspruch ist nötig

Bereits vor Weihnachten hat die Avacon die Eigentümer der betroffenen Ackerflächen angeschrieben und über die geplanten Maststandorte und die weitere Vorgehensweise informiert. „Wir als Bürgerinitiative haben dazu einen Musterbrief als Antwort entworfen.“ Dieser ist unter www.keine-Freileitung-im-Huy.de abrufbar. Es sei wichtig, dass die Eigentümer dem weiteren Vorgehen der Avacon aktiv widersprechen, betont Maik Berger. Ein Stillschweigen zu dem Anschreiben der Avacon könnte als Einverständnis des Eigentümers zum Bau von Strommasten gewertet werden.

„Auch, wenn nicht jede Woche etwas Neues über unsere Bürgerinitiative in der Zeitung steht, heißt das nicht, dass wir untätig sind“, erklärt Berger. Nach vielen Seiten seien Kontakte geknüpft worden. Weil die Avacon ihre Entscheidung gegen das Erdkabel mit einem zu hohen Kostenfaktor begründet, den die Bürgerinitiative anzweifelt, ist eine Information aus Österreich besonders interessant. So habe im Dezember 2018 im Auftrag der dortigen Landesholding ein Gutachten zum Kostenvergleich Erdkabel/Freileitung für 110-KV-Leitungen im ländlichen Raum einen Mehrkostenfaktor von 2,0 ermittelt. „Unsere Bodenverhältnisse mit Ackerflächen, sind sicherlich vergleichbar mit dem untersuchten Boden in Österreich.“ Diese Erkenntnis nähre die Zweifel der Bürger an der Berechnung der Avacon für den Harzring, die mit einem Faktor von 3,1 angeben wird. Hintergrund: Laut Energiewirtschaftgesetz muss eine neue Stromtrasse als Erdkabel verlegt werden, wenn die Kosten dafür die einer vergleichbaren Freileitung das 2,75-fache nicht übersteigen.

„Die Entscheidung in unserer Region für oder gegen eine Erdverkabelung wird in Sachsen-Anhalt zukunftsweisend sein“, ist Berger überzeugt und fragt, ob der Bürger bei der Energiewende mitgenommen wird, oder ob „auf Teufel komm raus“ Profitgier über dem Bürgerwillen stehe. „Letztendlich wird das Landesverwaltungsamt in Halle hierzu eine Entscheidung treffen müssen.“

Der jetzige Zeitplan sieht vor, dass der Baustart der neuen Stromtrasse frühestens 2021 erfolgen wird.

Volksstimme vom 14.01.2020

Pressemitteilung der BI vom 11.01.2020

„Der Kunde steht im Mittelpunkt….und darauf richten wir unser Unternehmen konsequent aus! Wir wollen Partner der Kommunen sein..und als Energieinfrastrukturunternehmen sind wir hochgradig interessiert…mit der öffentlichen Hand partnerschaftlich zusammenzuarbeiten.“

Marten Bunnemann in einem Interview vom 08.06.2018 anlässlich des 15. Mitteldeutschen Energiegespräches auf Schloss Ettersburg.

Marten Bunnemann ist seit Januar 2018 Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand der Avacon AG.

Er sieht die Energiewende auf einem gutem Weg. In den ländlichen Gebieten Sachsen-Anhalts haben wir an vielen Tagen bereits mehr als 100% erneuerbare Energie zur Verfügung. Wir in unserer Region sind sicher für diese Feststellung auch maßgebend. Und genau deshalb und nicht vordringlich für die bessere Versorgung der Gemeinde Huy braucht die Avacon die neue Stromtrasse. Und deshalb ist es ihr wichtig, schnell und günstig den Harzring zu schließen. Man erwartet nämlich auch aufgrund der Klimadiskussion einen weiteren Ausbau. Dem stellen wir uns nicht in den Weg! Wir wünschen uns einen Lückenschluss des Harzringes, aber eben nicht gegen den Willen und auf dem Rücken unserer Bürger. Der Lückenschluss muss mit einer Erdverkabelung erfolgen! Wenn der Kunde im Mittelpunkt steht und die Kommunen ein echter Partner sind, warum wird an dem Projekt Freileitung so massiv festgehalten? Warum werden die Einwände, Resolutionen, Befragungen, Beschlüsse, Petitionen allesamt negiert? Warum zählt letztendlich nur der Profit der Aktionäre? Weiß die ausführende Hand in der Avacon nichts vom Verständnis des Vorstandsvorsitzenden zur Energiewende? Oder wird hier Greenwashing betrieben, indem versucht wird mit fragwürdigen PR-Maßnahmen ein grünes Image zu erzeugen und sich als Partner darzustellen, ohne ehrliche Maßnahmen dafür einzusteuern?

Die Avacon hat vor Weihnachten alle Eigentümer der betroffenen Ackerflächen angeschrieben und über Maststandorte und die weitere Vorgehensweise informiert. Wir als Bürgerinitiative haben einen Musterbrief als Antwort entworfen. Dieser ist unter www.keine-Freileitung-im-Huy.de abrufbar. Es ist wichtig, dass die Eigentümer dem weiteren Vorgehen der Avacon widersprechen, denn ein Stillschweigen zu dem Anschreiben der Avacon könnte als Einverständnis des Eigentümers zum Bau von Strommasten gewertet werden.

Ein Wiener Gutachten vom Dez. 2018 im Auftrage der Oberösterreichischen Landesholding GmbH mit Titel „Kostenvergleich FL-Kabel bei 110-kV-Leitungen im ländlichen Raum“ – ermittelte einen MKF von 2,0 für 110-kV-Trassen. Unsere Bodenverhältnisse in der Region, die gekennzeichnet sind von Ackerflächen, sind sicherlich vergleichbar mit dem untersuchten Boden in Österreich. Wir sind weiterhin der Annahme, dass der prognostizierte Kostenfaktor der Avacon nicht korrekt ist und sich der reale Kostenfaktor im Rahmen des Wiener Gutachtens bewegt. Wo, wenn nicht hier bei uns kann ein Kostenfaktor von maximal 2,75 erreicht werden? Die Entscheidung in unserer Region für oder gegen eine Erdverkabelung wird in Sachsen-Anhalt zukunftsweisend sein. Will man bei der Energiewende die Bürger mitnehmen oder will man auf Teufel komm raus Profitgier über den Bürgerwillen stellen? Letztendlich wird das Landesverwaltungsamt in Halle hierzu eine Entscheidung treffen müssen. Sollte diese Entscheidung gegen die Region getroffen werden, gegen eine Erdverkabelung, sind wir bereit alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen, damit unsere Region eine Zukunft hat.

Wir laden den Vorstandsvorsitzenden der Avacon, Marten Bunnemann, in unsere Region ein, damit er seinen Worten auch Taten folgen lassen kann. Freie Sicht auf Huy und Bruch!

Musterbrief Widerspruch für Eigentümer

Die Avacon informierte in einem Schreiben Sie als Eigentümer zum weiteren Ablauf der Planungen. Wenn Sie nicht aktiv widersprechen, kann das als stillschweigende Zustimmung zur Freileitung gewertet werden. Bitte unbedingt den Musterbrief mit den individuellen Merkmalen ergänzen und an die Avacon-Netz senden. Das geht per Post, per Fax oder per Email. Wichtig – den Absendenachweis aufbewahren!

Avacon Fax: 053412 / 214 06 07
Avacon Email: yannick.heisler@avacon.de

Musterbrief

Versagung der Mitbenutzung meines Grundstückes

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich informiere Sie, dass ich Ihnen ein Betreten meines Grundstücks versage!

Ihr für Sommer 2020 angekündigter Antrag auf Planfeststellung bei der Landesbehörde muss lt. §43 h EnWG vorrangig auch eine Erdkabelvariante enthalten. Ihr Ansinnen nach Betreten meines Grundstücks geht aber eindeutig von einem Freileitungsbau aus (im Text: „Maststandorte“ bzw. „Überspannung“ des Geländes). Deshalb schafft auch § 44 EnWG (zu erzwingendes Betreten wegen „Vorarbeiten“) keine Abhilfe.

Das Recht auf Festlegung „Freileitung oder Kabel“ hat ausschließlich die Genehmigungsbehörde – und zwar innerhalb des Planfeststellungsverfahrens. Im Vorfeld – in dessen Phase wir uns derzeit befinden – kann nicht einseitig bereits festgelegt werden, welche Variante detaillierter geplant wird. Und Ihre aktuell vorliegende grobe Berechnung des Mehrkostenfaktors für eine Erdtrasse (3,11) ist nicht nur nicht ausreichend, sondern durch einen neutralen (möglichst vereidigten) Gutachter vorzunehmen. Diese Voraussetzung erfüllen Sie als Vorhabenträger nicht.

Im Genehmigungsverfahren selbst ist auch ein ausführlicher naturschutzfachlicher Vergleich Freileitung – Kabel Ihrerseits vorzulegen. Nach Auslegung aller Ihrer durch die Landesbehörde zu prüfenden Unterlagen können dann Argumente in der „Erörterung“ ausgetauscht werden, um eine Entscheidungsfindung zu objektivieren.

Erst danach erfolgt eine Abwägung durch die Behörde zur Festlegung der zu realisierenden Variante.

Lt. Bundesnetzagentur (2017) ist ein ausschließlicher Wirtschaftlichkeitsvergleich für die Festlegung Kabel oder Freileitung keine tragende Basis.

Augenscheinlich negieren Sie jegliche berechtigten Widerstände, und Alibi-Diskussionen helfen nicht weiter.

Der Musterbrief als Word-Dokument zum Download

Brief Klaus Wrackmeyer an Avacon

Klaus Wrackmeyer, GKR-Vorsitzender des Evangelischen Kirchengemeindeverbandes Berßel – Schauen, spricht sich in seinem Brief für die Erdverkabelung der geplanten Trasse aus.

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte es nochmal unterstreichen, was im anhängenden Zeitungsauschnitt (Volksstimme vom 30.11.2019 Anm. d. Redaktion) steht, wir, Ihre Kunden sind enttäuscht, von Ihrem kleinen Partner, Avacon und wir hoffen sehr, daß Sie Ihren Einfluß für die Erdverkabelung favorisieren! Wenn es so ist, wie Sie in Ihrer Werbung ständig behaupten, daß Ihnen das Wohl  Ihrer Kunden am Herzen liegt, gibt es doch keine Frage, wofür Sie votieren!

Es kann nicht sein, daß wie im Artikel geschildert, kein Wort zur Erdverkabelung gefallen ist und Avacon diesen alten Unsinn aus der Kaiserzeit durchdrücken will!

Das Argument, die Erdverkabelung sei zu teuer, kennen wir, aber was ist heutzutage nicht teuer und Sie bauen diese Trasse ja nicht für ein paar Jahre, Sie wollen Ihre Kunden doch jahrzehntelang mit Strom beliefern und zwar sicher  beliefern, ohne Schäden bei Naturkatastrophen zu haben, außerdem tragen wir, als Kunden schon viele Lasten mit, um die Erneuerung der Stromtrassen zu gewährleisten!

In einer der früheren Versammlungen wies Avacon daraufhin, daß sie auch an ihre Aktionäre denken müssen, sind die Aktionäre nicht für ein fortschrittliches Stromnetz oder denken sie nur an Ihren Profit? 

Ich möchte Sie nochmals bitten, Ihre Entscheidung zu bedenken!  

Hochachtungsvoll,
Klaus Wrackmeyer

GKR-Vorsitzender
des Evangelischen Kirchengemeindeverbandes Berßel – Schauen,
Vorstandsmitglied der Pfarrhausstiftung „Harz“

Bürgerinitiative ist tief enttäuscht

Avacon hält an ihren Plänen fest, den Harzring von Wasserleben nach Dingelstedt als Freileitung zu bauen

Unbeeindruckt von allen Einwänden und Protesten hält die Avacon an ihren Plänen fest, den Harzring von Wasserleben nach Dingelstedt als Freileitung bauen zu wollen. Nun wurde der Antrag auf das Planfeststellungsverfahren angekündigt.

„Wir sind sehr enttäuscht“, ist die erste Reaktion von Maik Berger, einem der Sprecher der Bürgerinitiative „Freie Sicht auf Huy und Bruch“ auf die jüngste Pressemitteilung der Avacon zum aktuellen Planungsstand des sogenannten Harzrings.

Mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln kämpft die Bürgerinitiative gegen die Pläne der Avacon, diese 110-KV-Leitung als Freileitung bauen zu wollen. Viele Gespräche wurden geführt, die Politik wurde ins Boot geholt, stichhaltige Argumente wurden geliefert. Doch in der Pressemitteilung ist davon keine Rede, sondern die Avacon betont, dass die Feinplanung einschließlich der vorgesehenen Maststandorte nun so weit vorangeschritten sei, dass ein Ingenieurbüro mit den Bewirtschaftern der Grundstücke Gespräche führen wird.

Weiter heißt es „Auch die Eigentümer werden informiert, dass ihr Grundstück von der Leitung überspannt wird oder Maststandorte vorgesehen sind.“ Aktuell bereite Avacon den Antrag auf das Planfeststellungsverfahren vor, der nach jetzigem Stand im Sommer 2020 im Landesverwaltungsamt eingereicht werden soll. Im Rahmen dieses Verfahrens werden die Träger öffentlicher Belange sowie die Öffentlichkeit dann Gelegenheit haben, zu dem geplanten Leitungsbau Stellung zu nehmen.“

Dazu betont die Bürgerinitiative, dass sie keinesfalls gegen den Ausbau des Harzrings sei und diesen sogar ausdrücklich begrüße. „Künftig wird es möglich sein, das bei Störungen im Zuge einer Ringschaltung von zwei Seiten entgegengewirkt werden kann“, erklärt Maik Berger und ergänzt, dass dieser Lückenschluss erst durch die Bundesnetzagentur auferlegt worden sei. „Und dieser kann auch durch ein Erdkabel gesichert werden.“

Zum abschließenden Argument der Avacon, dass mit der Umsetzung des Projektes „110 KV-Leitung“ die Aufnahmefähigkeit des Netzes für Strom aus erneuerbaren Energiequellen erhöht und für die langfristige Sicherung einer stabilen Stromversorgung zu Zeiten des Kohleaustieges und des Ausbaus der erneuerbaren Energieerzeugung notwendig und im öffentlichen Interesse erfolge, vertritt die Bürgerinitiative einen klaren Standpunkt.

Ursächlich für den Harzring-Lückenschluss sei nicht die Versorgungssicherheit, sondern die Ableitung der regenerativen Energien aus der Region. „Bei uns befindet sich eine sogenannte Engstelle im Trassensystem.“ Die Versorgungssicherheit sei nur ein „Nebenprodukt“, das die Bürger allerdings sehr begrüßen. „Jedoch wird mit keinem Wort der massive Widerstand in der Bevölkerung, die Haltung der Landwirte, der Gemeinden und Kommunalpolitiker erwähnt. „Wir alle möchten eine Erdverkabelung. Wir leben hier und fordern, dass wir als Bevölkerung bei diesem Projekt ernst genommen werden.“

Weiter fragt die Bürgerinitiative: „Was passiert eigentlich, wenn der Ausbau der regenerativen Energien weiter voranschreitet und wir dann bereits diese oberirdische Leitung haben?“ Dazu gebe es bereits Planspiele.

Dann sei der Dammbruch in der Region bereits vorhanden und es sollte ein Leichtes sein, eine zweite oberirdische Trasse zu bauen oder die bestehende dann durch noch höhere Masten zu ersetzen. „Unsere Natur wäre für immer entstellt und das nur, weil ein Konzern sein Projekt gegen den Willen der Bevölkerung durchgezogen hat.“

Gerade in Anbetracht des Klimawandels und der extremen Wetterlagen sei die oberirdische Verlegung von Stromkabeln nicht mehr zeitgemäß, weil diese viel zu anfällig für mögliche Störungen sind. „Alle Bedenken gegen eine Erdverkablung konnten wir in vielen Gesprächen widerlegen und haben unseren Standpunkt und Lösungsmöglichkeiten gegenüber den Vertretern der Avacon aufgezeigt.“

Allerdings sei keine einzige Änderung im Planungsprozess zu erkennen. Das Planfeststellungsverfahren sieht nun vor, dass der Netzbetreiber beide Varianten, sowohl die Freileitung als auch die Erdverkabelung, vorlegen muss. Und per Gesetz steht es nur dem Landesverwaltungsamt zu, eine Entscheidung zur Trassenführung zu treffen. „Unsere Hoffnung liegt auf der Vernunft der dortigen Verantwortlichen.“

Abschließend betont Maik Berger, dass das Ingenieurbüro bereits mit den Bewirtschaftern der betroffenen Flächen gesprochen habe. Die große Mehrheit hätte ihre Haltung betont, auf ihren Flächen keine Strommasten zu dulden und sich für eine Erdverkabelung weiter stark zu machen.

Quelle: Volksstimme vom 30.11.2019

Lesen Sie hier die Stellungnahme der Bürgerinitiative zur Pressemeldung der Avacon: Stellungnahme

Stellungnahme der BI zur Pressemitteilung der Avacon vom 28.11.2019

Die Bürgerinitiative „Freie Sicht auf Huy und Bruch“ zeigt sich über die Arroganz der Avacon Netz entsetzt und will Aussagen der Pressemitteilung zum Bau der 110KV Leitung Wasserleben-Dingelstedt relativieren und Fehlinformationen aus Sicht der BI wie folgt bewerten. 

Richtig ist, dass durch den Bau der Stromtrasse die Versorgungssicherheit der Region erhöht wird. Zukünftig wird es möglich sein, dass bei Störungen im Zuge einer Ringschaltung von zwei Seiten entgegengewirkt werden kann. Die Bürgerinitiative begrüßt diesen Schritt ausdrücklich, der allerdings erst durch die Bundesnetzagentur dem Netzbetreiber auferlegt worden ist und auch durch ein Erdkabel gesichert werden kann. 

Ursächlich für den Lückenschluss im Harzring ist nicht die Versorgungssicherheit, sondern die Ableitung der regenerativen Energien aus unserem Gebiet. Bei uns befindet sich nämlich eine sogenannte Engstelle im Trassensystem. Die Versorgungssicherheit ist ein „Nebenprodukt“ für unsere Region, dass wir allerdings sehr begrüßen. Mit keinem Wort wird aber der massive Widerstand in der Bevölkerung, der Landwirte, der Gemeinden und Kommunalparlamente erwähnt. Wir alle möchten eine Erdverkabelung! Wir leben hier und möchten, dass wir als Bevölkerung bei diesem Projekt ernstgenommen werden. Die Zeiten sind vorbei, wo ein Konzern über die Köpfe hinweg Entscheidungen durchdrücken kann. Was passiert eigentlich, wenn der Ausbau der regenerativen Energien weiter voranschreitet und wir haben dann bereits eine oberirdische Leitung? Planspiele sehen dies ja bereits vor. Dann ist der Dammbruch in unserer Region da und es wird ein leichtes sein eine zweite oberirdische Trasse zu bauen oder die dann bestehende durch noch höhere Masten zu ersetzen. Unsere Natur, unserer Region wäre für immer entstellt und das nur, weil man sein Projekt durchgezogen hat und das auf dem Rücken der Bevölkerung. 

Gerade im Zuge des Klimawandels und der extremen Wetterlagen, ist eine oberirdische Verlegung von Stromkabeln antiquiert. Diese wären viel zu anfällig für mögliche Störungen. Alle Bedenken gegen eine Erdverkabelung konnten wir in vielen Gesprächen widerlegen. In diesen haben wir auch unsere Standpunkte und Lösungsmöglichkeiten den Vertretern der Avacon aufgezeigt. Alles ohne eine ersichtliche Änderung am Planungsprozess. Dabei wäre alles so einfach, komfortabel und schnell in der Umsetzung – die Erdverkabelung.

Das Planfeststellungsverfahren sieht vor, dass der Netzbetreiber sowohl die Freileitung als auch die Erdverkabelung beim Landesverwaltungsamt als Planung vorlegen muss. Die favorisierte Variante als Feinplanung. Somit steht es per Gesetz nur dem Landesverwaltungsamt zu, eine Entscheidung zur Trassenführung zu treffen. Die Avacon kann von keiner Freileitung sprechen, solange es hierzu keine Entscheidung gibt. 

Das beauftragte Ingenieurbüro hat bereits mit einem Großteil der Bewirtschafter gesprochen und die Maststandorte besprochen. Auch unser Sprecher, Heiko Bode, hatte bereits Besuch und hat unmissverständlich seine Haltung erneut zum Ausdruck gebracht, dass er keine Strommasten auf seinem Grundbesitz dulden wird. Das Ingenieurbüro bestätigte, dass die übergroße Mehrheit der Bewirtschafter dies genau so sieht. Kein Wort dazu in der Pressemitteilung. Der Petitionsausschuss des Landtages Sachsen-Anhalt beschäftig sich gerade mit der Umsetzung. Kein Wort dazu in der Pressemitteilung. 

Jetzt werden die Eigentümer ebenfalls informiert. Wenn dann mit Ausgleichszahlungen gelockt werden sollte, ist anzumerken, dass auch für eine Erdverkabelung gezahlt werden muss. Dies vergisst die Avacon meist zu erwähnen. 

Unsere Front bröckelt nicht liebe Avacon! 

Freie Sicht auf Huy und Bruch!