Pressemitteilung der BI vom 11.01.2020

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„Der Kunde steht im Mittelpunkt….und darauf richten wir unser Unternehmen konsequent aus! Wir wollen Partner der Kommunen sein..und als Energieinfrastrukturunternehmen sind wir hochgradig interessiert…mit der öffentlichen Hand partnerschaftlich zusammenzuarbeiten.“

Marten Bunnemann in einem Interview vom 08.06.2018 anlässlich des 15. Mitteldeutschen Energiegespräches auf Schloss Ettersburg.

Marten Bunnemann ist seit Januar 2018 Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand der Avacon AG.

Er sieht die Energiewende auf einem gutem Weg. In den ländlichen Gebieten Sachsen-Anhalts haben wir an vielen Tagen bereits mehr als 100% erneuerbare Energie zur Verfügung. Wir in unserer Region sind sicher für diese Feststellung auch maßgebend. Und genau deshalb und nicht vordringlich für die bessere Versorgung der Gemeinde Huy braucht die Avacon die neue Stromtrasse. Und deshalb ist es ihr wichtig, schnell und günstig den Harzring zu schließen. Man erwartet nämlich auch aufgrund der Klimadiskussion einen weiteren Ausbau. Dem stellen wir uns nicht in den Weg! Wir wünschen uns einen Lückenschluss des Harzringes, aber eben nicht gegen den Willen und auf dem Rücken unserer Bürger. Der Lückenschluss muss mit einer Erdverkabelung erfolgen! Wenn der Kunde im Mittelpunkt steht und die Kommunen ein echter Partner sind, warum wird an dem Projekt Freileitung so massiv festgehalten? Warum werden die Einwände, Resolutionen, Befragungen, Beschlüsse, Petitionen allesamt negiert? Warum zählt letztendlich nur der Profit der Aktionäre? Weiß die ausführende Hand in der Avacon nichts vom Verständnis des Vorstandsvorsitzenden zur Energiewende? Oder wird hier Greenwashing betrieben, indem versucht wird mit fragwürdigen PR-Maßnahmen ein grünes Image zu erzeugen und sich als Partner darzustellen, ohne ehrliche Maßnahmen dafür einzusteuern?

Die Avacon hat vor Weihnachten alle Eigentümer der betroffenen Ackerflächen angeschrieben und über Maststandorte und die weitere Vorgehensweise informiert. Wir als Bürgerinitiative haben einen Musterbrief als Antwort entworfen. Dieser ist unter www.keine-Freileitung-im-Huy.de abrufbar. Es ist wichtig, dass die Eigentümer dem weiteren Vorgehen der Avacon widersprechen, denn ein Stillschweigen zu dem Anschreiben der Avacon könnte als Einverständnis des Eigentümers zum Bau von Strommasten gewertet werden.

Ein Wiener Gutachten vom Dez. 2018 im Auftrage der Oberösterreichischen Landesholding GmbH mit Titel „Kostenvergleich FL-Kabel bei 110-kV-Leitungen im ländlichen Raum“ – ermittelte einen MKF von 2,0 für 110-kV-Trassen. Unsere Bodenverhältnisse in der Region, die gekennzeichnet sind von Ackerflächen, sind sicherlich vergleichbar mit dem untersuchten Boden in Österreich. Wir sind weiterhin der Annahme, dass der prognostizierte Kostenfaktor der Avacon nicht korrekt ist und sich der reale Kostenfaktor im Rahmen des Wiener Gutachtens bewegt. Wo, wenn nicht hier bei uns kann ein Kostenfaktor von maximal 2,75 erreicht werden? Die Entscheidung in unserer Region für oder gegen eine Erdverkabelung wird in Sachsen-Anhalt zukunftsweisend sein. Will man bei der Energiewende die Bürger mitnehmen oder will man auf Teufel komm raus Profitgier über den Bürgerwillen stellen? Letztendlich wird das Landesverwaltungsamt in Halle hierzu eine Entscheidung treffen müssen. Sollte diese Entscheidung gegen die Region getroffen werden, gegen eine Erdverkabelung, sind wir bereit alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen, damit unsere Region eine Zukunft hat.

Wir laden den Vorstandsvorsitzenden der Avacon, Marten Bunnemann, in unsere Region ein, damit er seinen Worten auch Taten folgen lassen kann. Freie Sicht auf Huy und Bruch!

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