Presseinformationen
Dies ist der Pressebereich der Bürgerinitiative „Freie Sicht auf Huy und Bruch“, die sich für eine Erdverkabelung des Harzrings einsetzt.
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Offener Brief an die Avacon AG
Der „offene Brief“ als PDF-Datei zum Download >
Stellungnahme zur aktuellen Entscheidung von Avacon zur Ausführung des 110-kV-Bauabschnitts bei Dingelstedt.
Offener Brief an Avacon und den Vorstandsvorsitzenden
Betreff: Aufkündigung des vereinbarten Kompromisses zur 110-kV-Leitung – Wir erwarten Antworten
Mit großer Enttäuschung haben wir die Mitteilung von Avacon zur Kenntnis genommen, dass der bisher als Erdkabel vorgesehene Bauabschnitt der 110-kV-Leitung nun doch als Freileitung ausgeführt werden soll.
Diese Entscheidung steht im deutlichen Widerspruch zu dem seinerzeit zwischen Avacon, den beteiligten Kommunen und der Bürgerinitiative „Freie Sicht auf Huy und Bruch“ gefundenen Kompromiss.
Im Jahr 2020 hatte Avacon einen Kompromiss vorgeschlagen, nach dem ein wesentlicher Teil des ersten Bauabschnitts – rund 10 km – als Erdkabel ausgeführt werden sollte. Damit sollte insbesondere die freie Sicht auf den Huy zwischen Badersleben und Dingelstedt erhalten bleiben. Diesem Kompromiss hatte die Bürgerinitiative trotz ihrer grundsätzlichen Forderung nach einer vollständigen Erdverkabelung zugestimmt.
Dieser Kompromiss kam nach mehreren Gesprächen mit dem Vorstandvorsitzenden der Avacon AG Herrn Marten Bunnemann zustande. Herr Marten Bunnemann äußerte sich in einem Artikel zur Einigung über die neue Trasse: “Im Sinne eines partnerschaftlichen Miteinanders gehen wir nun einen großen Schritt auf die Gemeinden und Betroffenen
zu und sind bereit, eine Teilverkabelung zu planen.“ (Volksstimme vom 26.06.2020.) Wichtig war dabei das persönliche Wort des Vorstandsvorsitzenden der Avacon. Sein gegebenes Wort hat bei den Menschen vor Ort Vertrauen geschaffen und wesentlich dazu beigetragen, dass der gefundene Kompromiss als verlässlich und tragfähig
angesehen wurde.
Auf das Wort von Herrn Bunnemann haben sich die Menschen in der Gemeinde Huy verlassen. Umso fassungsloser macht die Menschen vor Ort die Mitteilung, dass nun von dieser zugesagten Lösung einseitig abgewichen werden soll. Bei den Bürgerinnen und Bürgern kommt das als Wortbruch der Avacon an.
Wir widersprechen dieser einseitigen Aufkündigung des zugesagten Kompromisses ausdrücklich!!
Die seinerzeit vorgebrachten Gründe für eine Erdverkabelung haben sich nicht dadurch erledigt, dass mehrere Jahre vergangen sind. Insbesondere der Schutz des Landschaftsbildes, der Erhalt der freien Sicht auf den Huy, die Belange des Tourismus sowie die örtlichen Interessen müssen weiterhin berücksichtigt werden. Gerade vor diesem Hintergrund ist auch die damalige Aussage von Avacon zu berücksichtigen, dass neben den Kosten die örtlichen Belange ein wesentlicher Faktor der Einzelfallprüfung seien und die Hinweise der Gemeinden, der Bürgerinitiative und
des Sportflugplatzes in die Planungen einfließen würden.
Wir fordern eine klare Stellungnahme
Die Bürgerinitiative fordert Avacon daher auf, öffentlich und nachvollziehbar zu den folgenden Fragen Stellung zu nehmen:
- Warum soll der bisher vereinbarte bzw. vorgesehene Erdkabelabschnitt nun nicht mehr umgesetzt werden?
- Welche technischen, rechtlichen oder wirtschaftlichen Gründe haben zu dieser Änderung geführt?
- Warum wurde der mit den Bürgerinnen und Bürgern und den weiteren Beteiligten gefundene Kompromiss nicht eingehalten bzw. erneut verhandelt?
- Welche Bedeutung hat das seinerzeit vom Vorstandsvorsitzenden persönlich gegebene Wort aus heutiger Sicht für Avacon?
- Warum wurden die betroffenen Bürgerinnen und Bürger nicht frühzeitig und transparent über die Änderung der bisherigen Planung informiert?
Die Bürgerinitiative „Freie Sicht auf Huy und Bruch“ hat seinerzeit ausdrücklich Verantwortung übernommen und dem Kompromiss zugestimmt, obwohl weiterhin die vollständige Erdverkabelung gefordert wurde. Dies geschah auch mit dem Ziel, eine möglichst zeitnahe Umsetzung des dringend benötigten Netzausbaus zu ermöglichen.
Die freie Sicht auf den Huy war und ist für die betroffene Region ein wesentlicher Bestandteil des gefundenen Kompromisses. Wir erwarten hierzu eine konkrete Stellungnahme von Avacon und insbesondere eine nachvollziehbare Begründung, auf welcher Grundlage die nun angekündigte Änderung der Planung erfolgt ist.
Es geht auch um die Glaubwürdigkeit von Zusagen, um Transparenz und um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in den Dialog mit einem großen Energieversorgungsunternehmen.
Wir fordern Avacon und insbesondere den Vorstandsvorsitzenden daher auf, sich der Verantwortung zu stellen und öffentlich zu erklären, warum das seinerzeit gegebene Wort heute offenbar nicht mehr gelten soll.
Die Bürgerinitiative steht weiterhin für einen sachlichen und konstruktiven Dialog zur Verfügung. Einen einseitigen Ausstieg von einem gemeinsam gefundenen Kompromiss werden wir jedoch nicht hinnehmen. Insbesondere werden wir erneut auf den Petitionsausschuss des Landtags Sachsen-Anhalt zugehen, um die bereits vorliegende Petitionwieder zu öffnen.
Wir erwarten Ihre Stellungnahme.
Für die Bürgerinitiative
gez.
Claudia Christ-Steckhan
Thomas Steckhan
Heiko Bode
Dirk Spangenberg
Presseinformation der Bürgerinitiative "Freie Sicht auf Huy und Bruch"
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Bürgerinitiative ist enttäuscht: Energieversorger Avacon stellt Zusage zur Erdverkabelung infrage
110-kV-Leitung soll entgegen der 2020 vereinbarten Lösung als Freileitung durch die Gemeinde Huy führen – Bürgerinitiative fordert Aufklärung, Verbindlichkeit und Rückkehr an den Verhandlungstisch
Die Bürgerinitiative zeigt sich tief enttäuscht über die bekannt gewordenen Pläne, die geplante 110-kV-Leitung zwischen Wasserleben und Dingelstedt nun doch als Freileitung durch die Gemeinde Huy zu führen. Diese Entwicklung steht im Widerspruch zu der Verständigung, die im Jahr 2020 mit dem örtlichen Energieversorger Avacon, insbesondere dem Vorstandsvorsitzenden Herrn Marten Bunnemann erzielt worden war. Damals war als Kompromiss vorgesehen, die Leitung nicht als Freileitung, sondern als Erdkabel umzusetzen.
Die Bürgerinnen und Bürger haben sich auf diese Verständigung verlassen. Sie war ein wesentlicher Bestandteil der damaligen Kompromissfindung und die Grundlage für die Erwartung, dass die gemeinsam erarbeitete Lösung Bestand haben würde. Umso schwerer wiegt es, wenn nun – mehrere Jahre später – eine grundlegend andere Umsetzung im Raum steht.
„Wer mit den Bürgerinnen und Bürgern einen Kompromiss erzielt, muss sich an den damit verbundenen Zusagen messen lassen. Vertrauen entsteht durch Verlässlichkeit – und es wird beschädigt, wenn eine gemeinsam erarbeitete Lösung nach Jahren plötzlich infrage steht“, erklärt die Sprecherin der
Bürgerinitiative.
Ein Kompromiss darf nicht einfach zur Makulatur werden
Für die Bürgerinitiative geht es um die Lebensqualität vor Ort, den Betrieb des Flugplatzes in Dingelstedt, den Erhalt der Natur, sowie den weiteren Ausbau des Tourismus. Nach den aktuellen Äußerungen der Avacon stehen viele neue Fragen im Fokus: Wie steht es um die Transparenz, um den respektvollen Umgang mit den Menschen vor Ort und um die Glaubwürdigkeit von Beteiligungs- und Verständigungsprozessen.
Gerade in der aktuellen politischen Situation halten wir die Frage welchen Wert ein gemeinsam erarbeiteter Kompromiss mit einem großen regionalen Energieversorger hat, für sehr relevant. Das Vertrauen in demokratische Entscheidungsprozesse, in öffentliche Institutionen und in Verlässlichkeit von Zusagen ist keine Selbstverständlichkeit. Bürgerinnen und Bürger müssen darauf vertrauen können, dass ihre Anliegen ernst genommen werden und gemeinsam gefundene Lösungen nicht ohne nachvollziehbare Erklärung
infrage gestellt werden. Wenn Menschen den Eindruck gewinnen, dass ihre Beteiligung letztlich folgenlos bleibt und gegebene Zusagen nicht zählen, schadet das diesem Vertrauen weit über den konkreten Einzelfall hinaus.
Sollte sich die Planung tatsächlich von der 2020 vereinbarten Erdverkabelung entfernen, muss der Energieversorger erklären, welche Gründe dafür ausschlaggebend sind, wann diese Änderung beschlossen wurde und wie die Beteiligten darüber informiert wurden.
Eine solche Entscheidung darf nicht allein mit pauschalen Hinweisen auf technische oder wirtschaftliche Erwägungen begründet werden. Die Menschen in unserer Gemeinde haben Anspruch auf eine nachvollziehbare Darstellung der Fakten und auf eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Folgen der
geänderten Planung.
Unsere Forderungen an den Energieversorger
Die Bürgerinitiative fordert den Energieversorger auf,
- die Abweichung von der 2020 vereinbarten Lösung umfassend offenzulegen und schriftlich zu erläutern, aus welchen Gründen die Erdverkabelung offenbar nicht mehr vorgesehen ist;
- sämtliche maßgeblichen Entscheidungsgrundlagen offenzulegen, insbesondere die technischen, wirtschaftlichen und planerischen Gründe für den Wechsel zur Freileitung,
- die Erdverkabelung erneut ernsthaft zu prüfen und nachvollziehbar darzulegen, ob und unter welchen Voraussetzungen die ursprünglich vorgesehene Lösung weiterhin umgesetzt werden kann;
- zeitnah das Gespräch mit der Bürgerinitiative und den kommunalen Vertreterinnen und Vertretern zu suchen, um die offenen Fragen gemeinsam zu klären und tragfähige Lösungen auszuloten;
Wir erwarten Antworten statt vollendeter Tatsachen
Die Bürgerinitiative ist sich bewusst, dass Infrastrukturprojekte wie die Konzeption und Umsetzung des Harzrings komplexe technische, wirtschaftliche und rechtliche Fragen aufwerfen können. Gerade deshalb erwarten wir eine offene Kommunikation und eine sachliche Begründung für mögliche Änderungen. Sollte es neue Rahmenbedingungen geben, müssen diese nachvollziehbar erläutert werden. Sie dürfen nicht einfach dazu führen, dass die Interessen und berechtigten Erwartungen der betroffenen Bevölkerung in den Hintergrund treten.
Dabei geht es uns ausdrücklich nicht darum, notwendige Infrastruktur pauschal zu verhindern. Es geht darum, dass die Umsetzung eines solchen Vorhabens verantwortungsvoll erfolgt und die im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern entwickelte Lösung nicht ohne überzeugende Begründung aufgegeben wird.
Die Bürgerinitiative bleibt dran
Die Bürgerinitiative wird die weitere Entwicklung aufmerksam begleiten und sich weiterhin dafür einsetzen, dass die Interessen der Gemeinde und ihrer Einwohnerinnen und Einwohner angemessen berücksichtigt werden. Sie erwartet vom Energieversorger eine zeitnahe schriftliche Stellungnahme zu den aufgeworfenen Fragen sowie einen konkreten Vorschlag für das weitere Vorgehen.
Die 2020 erzielte Verständigung muss dabei der Ausgangspunkt der weiteren Gespräche sein. Unser Ziel bleibt eine sachgerechte, nachvollziehbare und für die betroffene Bevölkerung akzeptable Lösung.
Vertrauen ist keine Einbahnstraße. Wer es gewinnen und erhalten will, muss zu seinen Zusagen stehen – oder überzeugend erklären, warum er davon abweichen will.
Pressekontakt:
Bürgerinitiative „Freie Sicht auf Huy und Bruch“
Sprecher/in: Heiko Bode, Dirk Spangenberg, Claudia Christ-Steckhan und Thomas Steckhan
c/o Magdalenenhof am Huywald
Alte Kirchstraße 161
38838 Dingelstedt am Huy
kontakt@freie-sicht-auf-huy-und-bruch.de